Social Prescribing

Gesundheit gemeinsam gestalten

Social Prescribing

Gesundheit wird nicht allein in Arztpraxen und Kliniken gestaltet. Auch soziale Beziehungen, Bewegung, Kultur, Wohnen, finanzielle Sicherheit und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinflussen unser Wohlbefinden.

Was ist Social Prescribing?

Social Prescribing – auf Deutsch häufig als soziale Verschreibung bezeichnet – verbindet die gesundheitliche Versorgung mit nicht-medizinischen Unterstützungsangeboten im direkten Lebensumfeld eines Menschen.

Der Ansatz geht davon aus, dass viele gesundheitliche Beschwerden auch mit sozialen, emotionalen oder praktischen Belastungen verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Einsamkeit, fehlende soziale Kontakte, finanzielle Sorgen, Bewegungsmangel oder Schwierigkeiten beim Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten.

Statt ausschließlich auf medizinische Behandlungen zu setzen, werden Menschen dabei unterstützt, passende Aktivitäten, Beratungsstellen und Gemeinschaftsangebote in ihrer Region zu finden.

Im Mittelpunkt steht der ganze Mensch: Gesundheit entsteht dort, wo medizinische Versorgung, soziale Teilhabe und das Lebensumfeld sinnvoll miteinander verbunden werden.

Für wen ist es geeignet?

Social Prescribing kann Menschen unterstützen, deren Gesundheit und Wohlbefinden durch soziale, emotionale oder praktische Belastungen beeinträchtigt werden.

Menschen mit wenig sozialen Kontakten

Bei Einsamkeit, Isolation oder fehlender Einbindung in lokale Gemeinschaften.

Menschen mit wiederkehrenden Belastungen

Wenn Beschwerden auch mit Stress, schwierigen Lebensumständen oder fehlender Unterstützung verbunden sind.

Menschen in Übergangsphasen

Beispielsweise nach Erkrankungen, bei Arbeitslosigkeit, im Alter oder nach Veränderungen der familiären Situation.

Menschen mit Zugangsbarrieren

Wenn passende Gesundheits-, Beratungs- oder Gemeinschaftsangebote schwer auffindbar oder nicht leicht zugänglich sind.

Wie funktioniert es?

Der genaue Ablauf kann regional unterschiedlich gestaltet werden. Häufig folgt Social Prescribing jedoch einem einfachen Grundprinzip:

1

Bedarf erkennen

Eine Fachperson erkennt, dass neben medizinischen Fragen auch soziale oder praktische Bedürfnisse bestehen.

2

Kontakt herstellen

Die Person wird an eine koordinierende Stelle oder einen Link Worker weitervermittelt.

3

Ziele gemeinsam klären

In einem persönlichen Gespräch werden Interessen, Bedürfnisse, Stärken und mögliche nächste Schritte besprochen.

4

Angebote verbinden

Gemeinsam werden passende lokale Aktivitäten, Gruppen, Beratungen oder Unterstützungsangebote ausgewählt.

Modell des Social-Prescribing-Prozesses

Welche Angebote können vermittelt werden?

Bewegung und Natur

Bewegungsgruppen, Spaziergänge, Sportangebote, Gartenprojekte oder Aktivitäten im Freien.

Kultur und Kreativität

Kunst-, Musik- und Theaterangebote, gemeinsames Gestalten, Museumsbesuche oder Schreibgruppen.

Gemeinschaft und Engagement

Nachbarschaftstreffen, Selbsthilfegruppen, Vereine, Mehrgenerationenangebote oder ehrenamtliches Engagement.

Beratung und praktische Unterstützung

Beratungsangebote zu Wohnen, Schulden, Familie, Arbeit, Sozialleistungen oder psychosozialen Belastungen.

Praxisbeispiele

Social Prescribing wird international in unterschiedlichen Formen umgesetzt. Die Beispiele zeigen, wie Gesundheitsversorgung, Gemeinschaftsangebote und lokale Netzwerke miteinander verbunden werden können.

Artikel und Publikationen

In unserem Knowledge Hub finden Sie weiterführende Literatur, wissenschaftliche Publikationen, Leitlinien und Praxisbeispiele rund um Social Prescribing.

Zum Knowledge Hub →

Social Prescribing regional entwickeln

Sie möchten Social Prescribing in Ihrer Kommune, Organisation oder Gesundheitseinrichtung erproben? Die regiohealth gGmbH unterstützt bei der Entwicklung von Konzepten, dem Aufbau lokaler Kooperationen und der Gestaltung praxisnaher Modellvorhaben.

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